Was ist koscher?

Koscher heißt passend oder tauglich. Es bedeutet, dass ein Nahrungsmittel entsprechend den Vorschriften der Kaschrut, d.h. den jüdischen Speisegesetzen erlaubt ist.

Die Regeln der Kaschrut werden in der Bibel und im Talmud dargelegt und sind nach wie vor ein konsequent praktizierter Teil des traditionellen jüdischen Lebens. Diese Regeln werden seit Jahrhunderten und Jahrtausenden verwendet und durch Experten an die sich wandelnden Gegebenheiten angepasst; nach ihnen richtet sich die Aufsicht von Fidelity Kosher.

Vielleicht kennen Sie bereits einige Regeln der Kaschrut. So wissen sehr viele Leute, dass Juden kein Schweinefleisch essen. Aber die Kaschrut beinhaltet viel mehr als dies. Die Bibel lehrt bereits, dass nur Fleisch von bestimmten Säugetieren und Geflügel koscher ist, und dass das Fleisch koscherer Tierarten nur erlaubt ist, wenn das Tier dem Religionsgesetz entsprechend geschächtet wurde. Auch Fische und andere Tierarten unterstehen den Regeln der Kaschrut. Bis auf eine Ausnahme sind alle wirbellosen Tiere verboten, ebenso wie, diesmal ausnahmslos, alle Reptilien. Milch- und Fleischprodukte dürfen nicht miteinander hergestellt oder verzehrt werden.

Diese Regel scheinen doch relativ einfach, warum benötigen also so viele Produkte eine Kaschrut-Aufsicht? Schließlich sollten ja viele Produkte eigentlich unbedenklich sein? Die Antwort ist, dass auch alle Zutaten eines Produktes koscher sein müssen, und die Nahrungsmittel müssen in ebenfalls koscheren Gefäßen nach einem koscheren Produktionsverfahren hergestellt werden. Heutzutage gibt es viele Zutaten, die dem Laien als unbedenklich erscheinen, aber eigentlich tierischen Ursprungs sind. So wird Gelatine meist aus Schwein und die rote Nahrungsmittelfarbe Karmin von der Cochenilleschildlaus hergestellt. Rosinen können mit tierischem Glyzerin überzogen und Bonbons mit tierischem Trennfett überzogen sein.

Produktionslinien produzieren auch häufig vielerlei Produktvariationen, von denen nicht alle koscher sind, wodurch die Produktionslinie unkoscher werden könnte.

Aus diesen und anderen Gründen verlangt das jüdische Religionsgesetz, und wünschen unzählige auf koscher-Standards achtende Verbraucherinnen und Verbraucher Nahrungsmittel, die unter Kaschrut-Aufsicht hergestellt werden.

Wie funktioniert eine Koscher Zertifikation von Fidelity Kosher?

Koscher sind Nahrungsmittel, die nachweislich aus koscheren Zutaten, nach koscheren Verarbeitungsprozessen in koscheren Geräten hergestellt werden.

Deshalb folgt auf einen Antrag für Koscher-Zertifikation bei Fidelity Kosher zunächst eine oberflächliche Analyse mit einem Koordinator, der einschätzen kann, was bei einer tiefer gehenden Analyse zu erwarten sein wird. Ein Kaschrut-Experte von Fidelity Kosher wird dann die Produktionsstätte besuchen, um zusammen mit den zuständigen Technikerinnen und Technikern die zu zertifizierende Produktionslinie, alle Produkte, die darauf hergestellt werden, und deren Produktionsvorgänge zu durchleuchten.

Rohstoffe unf Hilfsstoffe, von denen bereits gesichert ist, dass sie koscher sind, werden wie bisher weiter erlaubt. Rohstoffe und Hilfsstoffe, die unkoscher sind, werden vermerkt, damit Ersatzprodukte gefunden werden können. Koschere Produktionsanlagen werden von nicht-koscheren Produktionen räumlich oder zeitlich abgeschirmt. Je nach den Erfordernissen wird bei Bedarf ein Plan erstellt, wie Produktionsanlagen tiefgehender für koschere Produktionen vorbereitet werden können als mit dem normalen CIP (Cleaning in Place).

Da die Aufsicht nachweisbar sein muss, wird ein Plan erarbeitet, wie aus Computer Logs / Einträgen und anderen Dokumentationen geprüft werden kann, ob alle Bedingungen der Aufsicht auch zwischen den Besuchen eingehalten werden.

Es wird auch eine Person aus dem Bereich Quality Control oder Food Technology als Koscher-Manager gewählt, der seitens der Firma die Ansprechperson für alle Kaschrut-Fragen ist.